Es werde Licht – Reflexionen über Irland im Kontext des Lug – Lugnashed

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Es brodelt nicht nur in Irland, sondern in vielen europäischen Staaten, deren einstigen Gründungen auf mythischen Spuren basierten: Frankreich, Deutschland, Groß-Britannien, Irland … Der intuitive, aus spirituellen Sicherheitsmechanismen gespeiste Widerstand gegen das moloch’sche System wächst beständig, denn dieses diabolisch zu nennende System offenbart mit jedem Tag, dass es die ein Land Halt gebenden spirituellen und mythischen Wurzeln herausreißen will – es um seiner eigenen Existenz willen tun muss -, denn aus diesen entstehen immer wieder die Feuer schlagenden Funken, die dem Wachstum des moloch’schen Systems mehr als hinderlich sind.
Aber noch ist der Funkenschlag zu gering, um das moloch’sche System reinigende Feuer entfachen zu können, und die Mythen erinnern uns stets daran, welche der vorantreibenden und unterstützenden Kräfte zu aktivieren sind, um einen Wandel im Sinne spiritueller Gesetzmäßigkeiten zu vollziehen.

Beispiel Irland

Der kulturelle als auch spirituelle Einschlag der Kelten in die irische als auch nordisch-europäische Welt ist noch heute unverkennbar, und kann an den noch vorhandenen Ritualplätzen, Menhiren oder den Dolmen-Grabstätten abgelesen werden.
Aus den spärlich vorhandenen schriftlichen Quellen aus alten Zeiten – die meisten Niederschriften wurden von den christlichen Scholastikern zerstört – haben uns ein durchaus ausschmückbares Bild der keltischen Lebens-, Denk- und Handlungsweisen hinterlassen.
Vornehmlich lässt sich die Menhir- und Dolmen-Kultur auf das Wissen der Druiden über Kraftorte (Ritalplätze) zurückführen. Viele dieser Orte wurden von den Christen als Bauplätze für Kirchen, Dome und Kapellen okkupiert, denn diese galten, auch ohne den direkten keltischen Einfluss, für viele spirituell orientierte Menschen als geistig-mentaler Weiheplatz oder als Sammlungs- und innerer Reinigungs- und Zufluchtsort.

Viele dieser Orte wurden von den Christen als Bauplätze für Kirchen, Dome und Kapellen okkupiert…

Lug (Lugnashed) – eine mythologische Betrachtung

Vor einigen Wochen, am 1. August, begingen (noch) mythisch-orientierte Iren Lugnashed, eine Erinnerung und Ehrung des keltischen Gottes des Lichts und der Güte. Lugnashed ist im vorgenannten Kontext als eine modifizierte, neuzeitliche Beschreibung zu verstehen, deren eigentlicher mythischer Hintergrund ein anderer ist als nur die Beschreibung eines Gottes der Güte und des Lichts.

Lug ist in der mythologischen Geschichte Irlands gut beschrieben, d.h., die Legenden sind umfangreich, die in diesem Blog-Beitrag in ihrer Fülle nicht darstellbar sind.

Lugs mythischer Reigen ist nicht nur auf den 01. August beschränkt, sondern dominierte – heute nur noch ansatzweise – die wesentlichen irischen Feste: 01. Mai (das keltische Belteine), feierten die Iren die Ankunft Lugs und der Tùatha Dê Danann mit einem Festfeuer, das auch aus dem Grund entzündet wurde, um den das Land schädigenden bösen Drachen zu verjagen. Es folgte das Sommerfest am 01. August, das zu Ehren Lugs Erzieherin (Tàltiu) als auch in Erinnerung der von Lug geführten Kämpfe gegen Drachen und Schlangen stattfand, was vom feiernden Volke u. a. durch Wagen- und Pferderennen, Wettkämpfe und Spiele zum Ausdruck gebracht wurde. Am 01. November, dem Todestag Lugs, brachte das irische Volk dem Lug tötenden Wetterdrachen (dem Lug oftmals schwer-blutenden Wunden beibrachte) versöhnende Opfer dar.

Das irische Sommerfest (01. August) war ein Spektakel zu Ehren Lugs Erzieherin (Tàltiun) aber auch Ausdruck der Kämpfe Lugs gegen die das Land schädigenden Drachen.

Lug, an der Spitze der altirischen Königsreihe stehend, führte auch die Spitze der Könige der Tùatha Dê Danann – »der Völker Gottes, dessen Mutter Dana ist« – an, die einst Irland erobert haben sollen. Der Ursprung der Tùatha ist die mythisch-spirituelle Geisteswelt, und die wichtigste Eigenschaft der Tùatha war, den Menschen hilfreiche und freundliche Geister zu sein.

Irland – Eine spirituelle Deutung

Irland ist gegenwärtig weit davon entfernt, an die einst das Land prägenden Traditionen anzuknüpfen. Der – auch hier – gewaltsame Einzug des Christentums transformierte traditionell-mythische Riten, Wesen, Orte und Feste in dem Christentum unterworfene Deutungs-, Handlungs-, Lebensgestaltungs- und Rechtsvorschriften.
Und es scheint, als ob die stetig stattfindende Beschwichtigung des Lug tötenden Wetterdrachens (Ausdruck der Akzeptanz der Niederwerfung des alten mythischen Irlands) zum 01. November dem irischen Volk die Kraft zur Neutralisierung der Drachenenergie nahm.

Der Name Lug bedeutet nach Whitley Stokes »Krieger«, unter Berücksichtigung der altirischen Sprache eher »Blitz« oder »Feuer«. Diese Definitionen, neben der, dass es sich bei Lug um einen König zwischen der menschlichen und der spirituellen Welt handelte, sind Grundlage der Einbeziehung in unsere spirituelle Deutung.
Lug ist als Mittler zwischen der keltischen-mythologischen Glaubenswelt und den mehr oder weniger in Ritualen eingebundenen Menschen zu verstehen, der sich dessen bewusst war, dass er den im mythologischen Glauben und Wirken schwankenden Iren Halt und Orientierung sein musste, d. h., ein wahrer Brückenbauer zwischen den alten vorchristlichen Göttern und den Menschen. Sein spirituell geleiteter Kampf gegen die Tùatha Dê Danann und die das irische Volk bedrohenden – die menschlichen Ur-Instinkte ausdrückenden – Fabelwesen (Drache und Schlange) ist somit folgerichtig und konsequent: Die Dynamik der Energien der Drachen- und Schlangenwesen begleitet den nordisch geprägten Menschen seit Anbeginn seiner irdischen Existenz; im asiatischen Mythenraum nimmt der Drache eine durchaus positiv gelagerte Rolle ein.

Lugs Kampf gegen die Tùatha Dê Danann und die das irische Volk bedrohenden – die menschlichen Ur-Instinkte ausdrückenden – Fabelwesen (Drache und Schlange) ist somit folgerichtig und konsequent…

Sobald Lug (Sigfried z. B. in der germanischen Mythenwelt), als König und Held, den Kampf mit den menschlichen Ur-Instinkten, die im Wesen des Drachens, der Schlange oder der Dämonen zum Ausdruck kommen, aufnimmt, um diese negativen Energiefelder zum Wohle und der spirituellen Entwicklung des Volkes zu neutralisieren, befreite er das Gros der irischen Menschen von deren negativen Trieben. Die Aufgabe der Menschen bestand nun darin, die durch den Kampf symbolhaft dargestellten Aspekte des Verlusts spiritueller Prinzipien wieder auf- und auszurichten, um diese gezielt in das tägliche Leben zu integrieren.

Der Tod Lugs durch den Wetterdrachen bedeutet in seiner Dramatik, dass die Ur-Kräfte durch das spirituelle Fehlverhalten der Menschheit so stark wurden, dass diese nicht mehr zu bändigen waren. Als Beispiel möge der Einzug des Christentums in Irland dienen, das den Niedergang alt-irischer Traditionen und Lebensweisen derart forcierte, dass von dem einst stolzen und mythisch geprägten Irischen Volk kaum noch traditionelle und spirituelle Werte übrigblieben.

Ausblick

Die irische Mythologie selbst beschreibt, wie es in Irland möglicherweise nach der Ausschaltung oder massiver Eindämmung der Drachen- und Schlangenenergien (das neuzeitliche moloch’sche System) sein könnte, was über eine der bedeutendsten Kulturstätten Europas, dem »Palast des Boyne« (der mythologischen Heimstatt der Götter!), zum Ausdruck gebracht wird: Irland wird wieder zu dem Ort, an dem Früchte ewig an Bäumen nachwachsen; zwei Schweine, eines lebend, das andere zum Verzehr gebraten, erneuert sich nach jedem Verzehr; ein Krug gefüllt mit dem Bier der Unsterblichkeit, füllt sich immer wieder nach …

Irland wird wieder zu dem Ort, an dem Früchte ewig an Bäumen nachwachsen…

Diese utopische scheinende Aussicht scheint angesichts der Macht des moloch’schen Systems als eine Tagträumerei labiler Zeitgenossen, zumal den Menschen der Moderne beigebracht wurde, dass alten Mythen auf reine Phantasie, auf historischen Missdeutungen oder Einbildungen beruhen. Anders herum sind der medialen Darstellung der moloch’schen Phantasiewelt keine Grenzen gesetzt, zum Beispiel dann, wenn es darum geht, dessen Ideologie und die nur von den Massenreligionen anerkannte Spiritualität zu verbreiten und zu fördern.
Doch die Welt, wie wir sie aktuell erfahren, ist einer sich zuspitzenden Wandlung unterworfen, die die spirituelle Menschheit aus den Klauen des dystopisch-moloch’schen Systems zu befreien sucht, aber der Unterstützung der Erwachten bedarf.

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